Freitag, 26. September 2014

Geschichten, die das Leben schrieb Tag 5 Diabetes Blog Woche

Hallo Ihr Lieben,

Tag 5 der Diabetes Blog Woche und das Thema Geschichten, die das Leben schrieb.
dbw
Ich habe ganz lange überlegt, ob ich meinen Text dazu so veröffentlichen kann. Ich habe darüber nachgedacht, ob ich mehr Teile weglassen soll oder ob ich meine Kommentare zu diesen Geschichten bzw. Situationen weglassen soll. Ich habe immernoch keine Ahnung, ob ich einen guten Weg gefunden habe, nicht jedem werden meine Meinungen (die gibt es in rot) gefallen, falls er oder sie sich wiedererkennt, aber so habe ich diese Situationen erlebt und ich war traurig, verunsichert, ängstlich oder glücklich, für mich war es einfach so.

Beim Durchlesen finde ich, dass viele meiner Geschichten/Situationen gar nicht schön sind. Trotzdem mag ich mein Leben und das liegt daran, dass zu fast jeder Zeit mein Typ1 Diabetes zwar ein Teil meines Lebens war/ist, aber eben nicht mein ganzes Leben. Haltet das bitte im Hinterkopf, wenn Ihr meine Geschichten und Situationen lest.

Als ich ein Teenie war, sind meine Blutzucker- und HbA1c-Werte plötzlich nicht mehr so gut wie vorher. Heute weiß ich, dass das ein häufige vorkommendes Phänomen ist, damals nicht und die Summe dieser Tatsachen führte zu ganz vielen Streitereien mit und einigen aus meiner Sicht unmöglichen "Maßnahmen" von meinen Diabetesberatern und meinen Eltern:
  • So konnte ich mir anhören, dass ich wohl während meine Freundinnen alle mit 23 Kinder bekommen werden, ich selbst mit meinen Spätschäden beschäftigt sein werde, weil ich mich nicht gut genug um einen Diabetes kümmere.
    Bitte wer erzählt sowas einem Teenie? Zu unserer aller Beruhigung: Nichts davon ist wahr geworden, ich habe zum Glück bisher keine Spätschäden und meine Freundinnen haben nicht alle mit 23 Kinder bekommen.
  • Ich wurde erpresst: Wenn der HbA1c nicht besser wird, darfst Du nicht zum Schüleraustausch/zum Konzert/...
    Klasse Ansatz, ganz ehrlich einer der Schlüssel zu einer guten Diabeteseinstellung ist meiner Erfahrung nach nicht nur das Wissen über den Diabetes und seine Behandlung, sondern auch Akzeptanz und damit auch der Wille sich damit auseinanderzusetzten. Wunderbare Idee die Erpresserei fördert die Akzeptanz natürlich ungemein.
  • Dieses Einreden von Spätschäden, da gab es vermeintlich gefundenes Eiweiß im Urin (2 Tagessammlungen brachten kein weiters Eiweiß zu Tage), angeblich nicht heilende Wunden und irgendein Foto vom Augenhintergrund, wo angeblich eine Veränderung zu sehen war, die keiner von 3 Augenärzten jemals wiedergefunden hat.
    Warum macht man mir eine solche Angst vor Spätschäden, dass ich nicht mehr schlafen kann? Soll das irgendeine tolle pädagogische Maßnahme sein?

Zum Glück gab es auch gute Diabetologen:
  • Mein neuer Diabetologe hat Anfang des Monats gesagt, dass ich mit 27 Jahren Diabeteserfahrung keine Schulung brauche.
    Gute Einstellung keine sinnlosen Schulungen. Damit ist er dann auch gleich von mir zu Hausarzt "befördert" worden.
  • Während der Endphase meiner Diplomarbeit hat mich mal ein Diabetologe mit den Worten "Kommen Sie mal 4 Wochen nach der Abgabe der Arbeit wieder." nach Hause geschickt, als mir die Sprechstundenhilfe einen Zusatztermin nach einem HbA1c von 7,8 aufgedrückt hatte.
    Was soll ich sagen guter Mann, er hatte erkannt, dass der Zusatzstreß Ursache des höheren HbA1c war und 2 Monate waren wir wieder im unteren 7 er Bereich.

Unbeliebt machen sich Leute immer mit Sätzen, wie
  • "Silvia bekommt keinen Kuchen, die hat Diabetes."
    Echt jetzt wie lange kennt ihr mich schon, habe ich jemals gesagt, dass ich keinen Kuchen essen kann?
  • "Ich habe Dir extra Diabetikerschokolade besorgt."
    IIIIIHHHHH!
  • Wenn ich Leute schon ganz lange nicht gesehen/gesprochen habe: "Wie geht's denn deinem Diabetes?"
    Echt jetzt! Nie fragt mich einer, ob ich immernoch gut in Mathe bin.
  • Wenn ich einen Unterzucker habe, ist es manchmal so, dass der Blutzuckerwert schon wieder im Normalbereich (oder sogar drüber ist), aber die Symptome noch nicht sofort verschwinden: "Wir rufen jetzt einen Krankenwagen."
    Warum? Ich habe etwas gegen die Unterzuckerung gemacht, der Wert ist okay, der Körper braucht nur noch etwas um sich zu erholen. Also kein Grund einen Krankenwagen zu rufen.
Aber durch den Diabetes und Dexter kann ich jetzt ganz ungehemmt meiner mathematischem Sucht Zahlen zu analysieren nachgehen und werde dafür sogar noch gelobt, genial oder?

Wie gesagt es ist nur ein Teil meines Lebens!

Euch ein schönes Wochenende
Viele Grüße
Silvia

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